Liewer düd aß Slaawe

Parteiprogramm der Friesenpartei
DIE SONSTIGEN

Ein neuer Marsch durch die Institutionen kann nicht die Antwort auf das vorerste Scheitern der sozialen Bewegungen sein. Wir weigern uns zwar, unsere Funktion als Partei zu erfüllen, aber wir stellen hiermit deutlich die Machtfrage!

Liewer düd aß Slaawe

[Lieber tot als unfrei]

Was wollen wir?

Wir wollen eine ernsthafte Bedrohung für den Militärisch-Industriellen Komplex darstellen, indem wir die Systemfrage wieder auf die Tagesordnung setzen. Wir wollen, dass unsere Themen und Konzepte eine kritische Masse erreichen, welche in Krisenzeiten tiefgreifende Veränderungen herbeiführt.

Wie machen wir das?

Wir haben im Prozess für die Gründung dieser neuen Partei eine ganze Konferenz mit der Frage verbracht, wie wir miteinander reden und in Verhältnis treten wollen. Es ist viel Gewalt in Sprache versteckt. Es geht nicht darum immer nett und freundlich zu sein und Gefühle wie Wut und Hilfosigkeit einer scheinbar allgegenwärtigen, vorgetäuschten Zuversichtlichkeit und Erfolgssucht unterzuordnen. Wir sind müde der Splitter-Kämpfe und ideologischen Gräben. Unser Überleben als Minderheit und Nischen-Existenzen hängt zur Zeit von einem breiten Bündnis für ein demokratisches Upgrade ab: Einen basisdemokratischen Neustart ohne Leitung. Die Gruppen und Personen, die sich dieser “Vereinigung der sich Trennenden” angeschlossen haben, haben nun keine Zeit mehr, sich eine Identität zu basteln und Gemeinsamkeiten zu suchen!

Bündnisarbeit ist sehr mühselig. Man hat immer mit Leuten zu tun, die grundlegend anderer Meinung sind. Gleichzeitig sind unsere respektvollen Zusammenkünfte schon ein Modell für die Welt, die wir uns wünschen. Unser Ziel ist in unserer horizontalen Organisation enthalten. Aber die Struktur einer Partei erfordert auch Vereinsmeierei. Ohne Achtsamkeit werden wir zu Mitteln unserer Mittel!

Mit unserer Teilnahme haben wir den Regeln des Spiels nicht zugestimmt! Im Kapitalismus, der alle Bereiche des Lebens der Marktförmigkeit unterworfen hat, haben auch unsere Ideen selbst die Form einer Ware angenommen.

Wer sind wir?

Wir sind Aktivist_innen für einen gesamtfriesischen Konföderalismus; sowie gegen jede Form des Rassismus; sowie gegen die Diskriminierung aller Minderheiten; sowie gegen jede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Wir kommen aus der BGE-Bewegung, der Tierbefreiungsbewegung, der Menschenrechts- und Bürgerrechts-Bewegungen, der EU- und UN-Reformbewegungen, der Berliner Hausbesetzer innen-Szene, der feministischen Bewegungen der 2. und 3. Wellen, der queeren Gemeinschaft, der LGBTI-, der Behinderten- und Psychiatrie -Erfahrenen-, der Mieter_innen-, Anti-Gentrifzierungs-, Obdachlosen-,  Vagabund_innen-, Drogen-Nutzer_innen, radikale bildende Künstler_innen-, Arbeiter_innen-, Arbeitslosen-, Arbeitsverweiger_innen- und Gefüchteten- Bewegungen und nicht zuletzt aus der Arten- Natur- und Klimaschutz-Bewegungen; wir sind Anhänger_innen der bürgerlich-liberalen und moderat-konservativen, der liberalen, sozialliberalen, sozialdemokratischen,  demokratisch-sozialistischen, basisdemokratischen, sozialistischen oder anarchistischen, allenfalls aller egalitären politischen Philosophien; wir sind spirituell oder humanistisch. Wir sind Reformer_innen oder Revolutionär_innen, die trotz unglaublicher Enttäuschungen den Glauben nicht verloren haben.

Wo geht es lang?

Wir wollen nicht ins Zentrum der Macht, sondern die herrschende Ordnung von den Rändern her, von den Schwachen und Ausgegrenzten her auflösen und die deutsche Normalität durch eine bunte Vielfalt ersetzen. Vielfalt geht nicht von abgeschlossenen Einheiten von Menschengruppen aus. Wir müssen alle unsere Gruppenzugehörigkeiten als Instrumente der gegenseitigen Ausbeutung und Konkurrenzkämpfe betrachten. Wir machen keine Identitätspolitik für ein bestimmtes Klientel! Wir machen Zusammenarbeit – statt Konkurrenz – zur treibenden Kraft des Fortschritts!

 

VIVE LA DIFFERENCE!!!

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